B L A T T W E R K

Schrumpfkopftraum

5. November 2008 · 3 Kommentare

Ich bin noch jung. Es ist genau das Alter, in dem sich ein Sohn seiner bedingungslosen Liebe zu seiner Mutter zum ersten Mal bewusst wird. Sieben, acht. Vielleicht neun.

Ich bin krank. Ich trage die Uniformierung der kranken Kinder: Bademantel. Meine Krankheit ist selten und verläuft zwangsläufig tödlich. Ich leide an einem Gendeffekt, der meinen Kopf schrumpfen lässt. Im Endstadium dieser seltenen Krankheit wird mein Schädel aussehen wie einer dieser kleinen Schrumpfköpfe mit zugenähtem Mund. Und dann sterbe ich, weil mein Gehirn zerquetscht wird.

Wenn es schon keine Heilung gibt, so doch wenigstens Linderung. In einem Hochsitz im Wald schabt mir eine junge Katze mit ihren Krallen das Gehirn stückchenweise aus der geöffneten Schädeldecke. Aber das ist so unangenehm, dass ich auf die Therapie verzichte.

Dann legt man mich in eine Mischung aus Webstuhl und Computertomograph. Die Maschine spannt ein Netz aus Schnüren unglaublich fest um meinen Kopf, damit das Gehirn nicht herausfällt. Das ist schon besser, auch wenn es sich jetzt schon fast wie ein richtiger Schrumfkopf anfühlt.

Jetzt bin ich bei Mama. Es wird nicht mehr lange dauern, ich sterbe bald. Mit einer dicken Mütze auf dem Kopf und im kuscheligen Bademantel genieße ich die verzweifelte Liebe einer Mutter zu ihrem todkranken Sohn. Sie gibt mir Medikamente, die mich schon bald schlafen lassen werden. Gleich ist es zu Ende.

Ich stehe am Fenster, sehe hinaus in den Garten. Der Walnussbaum bedeckt den Garten mit seinen giftigen Blättern, es regnet und stürmt. Drinnen ist es warm. Mir wird schwindelig.

Das ist das Zeichen: Jetzt ist es so weit. Ich sage es ihr. Sie weint und bringt mich in das Zimmer meiner Schwester, dort lege ich mich auf das Sofa. Ich bin traurig, aber ich fühle mich wohl. Wir schalten noch ein bisschen den Fernseher an.

webstuhl

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BILDwerk

19. Oktober 2008 · 2 Kommentare

Manchmal weiß ich auch nicht.

Quelle: bild.de.

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Infotainment… nicht (1)

27. Juni 2008 · Kommentar schreiben

Galileo am 27. Juni 2008, Aiman Abdallah teasert die heutigen Beiträge an.

“Todesfalle Grillparty!”

Und so weiter.

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Ein Hitlervergleich (Gastbeitrag)

9. Mai 2008 · Kommentar schreiben

[Betrifft Flashmob-Aktivisten, die auf dem Fahrrad sitzend und im Kreis fahrend einen belebten Verkehrskreisel lahmlegen.]

[TT]: ahahaha

[TT]: die sind wie hitler

[TT]: mit legalen mitteln das system lahmlegen

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Sätze für die Ewigkeit (1)

23. März 2008 · 3 Kommentare

Aus Dänische Delikatessen:

Würste haben mich schon immer fasziniert, wissen Sie? Man könnte schon fast sagen, dass es sogar etwas mythologisches hat: Ein Tier zu töten. Und anschließend steckt man das Fleisch höhnisch in dessen eigenen Darm. Können Sie sich vielleicht irgendetwas erniedrigenderes vorstellen, als in den eigenen Arsch gestopft zu werden? Aber das ist eine der kleinen Freuden, die wir Menschen in unserem Leben haben.

Großartig.

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Ohne Titel

11. Februar 2008 · 3 Kommentare

Ampel: Rot.

Hinter mir: Ein dicker, schwarzer Mann in einem dicken, schwarzen Mercedes.

Er raucht eine dicke, schwarze Zigarre.

“Wenigstens konsequent”, sage ich, und fahre weiter.

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Erwachsen

27. November 2007 · Kommentar schreiben

Man ist erwachsen, wenn man keine sinnlosen Schlüssel mehr an den eigenen Schlüsselbund heften muss, damit er voll aussieht. Man ist erwachsen, wenn der Schlüsselbund schwer und voll ist.

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König trifft Pöbel oder Schmidt & Pocher

26. Oktober 2007 · 1 Kommentar

Der Harald-Schmidt-Show ging es nicht gut, die Quoten ließen zuletzt zu wünschen übrig. Da hatte jemand von der ARD eine tolle Idee:

Wenn wir doch ohnehin schon den großen Privatsendern immer ähnlicher werden – warum kaufen wir dann nicht einfach ihre Zugpferde ein? Wenn der Mob Pro7 guckt und dort Oliver Pocher sieht, müsste er doch auch ARD gucken, wenn dort Oliver Pocher erscheint.

Soweit der Plan. Dessen Konsequenzen am gestrigen Abend (22:45 Uhr, ARD) bestaunt werden konnten. Die Meldung, dass Pocher bei Schmidt einsteigen würde, war ja eigentlich schon Skandal genug. Der Unterhaltungsgott Schmidt, dieser unantastbare Monolith der deutschen Fernsehlandschaft, holt sich einen selbsternannten B-Promi ins Boot, dessen Witzigkeit sich nicht einmal um das Wort “Gürtellinie” schert und dessen Mundwerk bisweilen pietätlos locker ist.

Kurz: Schmidt ist Niveau, Pocher ist auf die Fresse.

Interessante Startbedingungen. Aber wie lässt sich das unter einem Sendeformat vereinigen? Was passiert, wenn Frontsau und graue Eminenz aufeinander treffen?

Zunächst einmal nicht viel. Obwohl die große Buchstabenstadt im Vorspann jetzt auch das Wort “Pocher” enthält und man dementsprechend gespannt ist, erscheint zunächst nur Schmidt. Helmut Zerlett ist wieder da und knittert uns sein Gesicht entgegen – wo ist die Showband mit dem coolen Kiffer?

Harald füllt die ersten fünf Minuten so, wie er es immer tut: Kommentar hier, Zote da, Haha, lustig, was haben wir geklatscht. Und dann donnert der eisenharte Hammer der privaten Gossenunterhaltung hiernieder und zerschmettert ein Stück Fernsehgeschichte: Pocher in der ARD. Sie haben es tatsächlich getan.

Sein Auftakt ist peinlich, der dämliche Tanz hinter der Silhouette symptomatisch. Sein Platz neben Schmidt erinnert an etwaige Nachrichtensendungen. Man beginnt, sich Pointen zuzuwerfen, die Vorlagen wirken konstruiert und angestrengt. Es stört, wenn Oliver zu einem Gag ansetzt und von Harald unterbrochen wird, der dann erst einmal sein eigenes Geschichtchen erzählt und dann: “Sorry, mach’ weiter.” Und Pocher beginnt noch einmal von vorn, kann seine Pointe aber nicht setzen, weil eine unlustige Kurt-Beck-MAZ gezeigt werden muss. Ein zerstückelter blassroter Faden schimmert hervor.

Angenehm ist hingegen, dass Pocher tatsächlich zum dummen August und Handlanger Schmidts gemacht wird, insbesondere in den Beiträgen zum Promi-Pilgern (schlecht) und dem Ärztekram (gut). Das tolle Gerät, mit dem Pocher im Bildschirm herummalen kann, hätte ruhig offensiver eingesetzt werden können. Warum – und es lag so nahe – malt Oliver dem Herrn Schmidt nicht ein Hitlerbärtchen ins Gesicht? Es wäre zumindest stringent gewesen…

Günther Jauch bewegt sich kantig und steif, ist aber sympathisch wie immer – und angemessen schlagfertig. Am Ende entschuldigt sich der Meister für eventuelle Patzer der ersten Sendung – eine rhetorische Nullnummer.

Insgesamt tun sich Schmidt und Pocher ein wenig schwer. Schmidt weiß noch nicht mit einem Helferlein umzugehen, das nicht Manuel Andrack heißt. Pocher hat zwar eingesehen, dass er nur Co-Moderator ist, verhält sich aber ansonsten genau wie im Privatfernsehen. Für ihn persönlich ist es empfehlenswert, sich nicht zu verbiegen, denn Pocher ist mittlerweile Marke. Aber das öffentlich-rechtliche Korsett passt ihm einfach nicht.

Vielleicht wird er sich hineinzwängen, wir werden sehen. Nächsten Donnerstag zum Beispiel.

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Gärtner und Folie

23. Oktober 2007 · Kommentar schreiben

Der Gärtner ist immer das Opfer.

Leute, die das Display neu erworbener Elektrogeräte nicht von der durchsichtigen Schutzfolie befreien, haben nie gelebt.

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Ein Gedicht (Gastbeitrag)

13. Oktober 2007 · 1 Kommentar

Meine Mutter

isst gern Butter

und Sour Cream, Schinkenwürstchen, Fischsalat, Kartoffelsalat, Ofenkartoffeln und das in großen Mengen.

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