b l a t t w e r k

Beiträge vom August 2006

Ein Sommerabend

31. August 2006 · Kommentar schreiben

Ein Sommerabend.

So tiefgrün und hart noch

Die Zitrusfrüchte!

Kategorien: Haiku · Sommer

Im klaren Bach

30. August 2006 · Kommentar schreiben

Im klaren Bach

Springt der winzige Frosch

Ins Bett – viel zu groß!

Kategorien: Haiku · Sommer

Von der Libelle

29. August 2006 · Kommentar schreiben

Von der Libelle

Ein Stück nur, kleines Stück

Reisst sich die Katze.

Kategorien: Haiku · Sommer

Silbergrün schimmert

28. August 2006 · Kommentar schreiben

Silbergrün schimmert

Der junge Olivenbaum -

Oben droht der Mond.

Kategorien: Haiku · Sommer

Ohne Nachbar ist

27. August 2006 · Kommentar schreiben

Ohne Nachbar ist

Der Zapfen der Kiefer -

Er lässt endlich los.

Kategorien: Haiku · Sommer

Es sitzt und wartet

25. August 2006 · Kommentar schreiben

Es sitzt und wartet

Schon vier Nächte ohne Regung

Die braune Motte.

Kategorien: Haiku · Sommer

Die Pinien schreien

24. August 2006 · Kommentar schreiben

Die Pinien schreien

Gegen das Schweigen am Meer,

Aus Kronen Laute.

Kategorien: Haiku · Sommer

Die kleine Blüte

23. August 2006 · Kommentar schreiben

Die kleine Blüte

Biegt sich unter der Landung

Der schwarzen Hummel…

Kategorien: Haiku · Sommer

Die Toilettenfrau

22. August 2006 · 2 Kommentare

Da sitzt eine schmutzige Frau in einem sauberen Raum.
Die Frau ist schmutzig, weil der Raum sauber ist.
Der Raum ist sauber, weil die Frau schmutzig ist.

Man könnte auch sagen: Da sitzt ein vergilbter Dreckmagnet im herrlich keimfreien Licht blendend weißer Kacheln.

Fünfzig Cent. „Danke.“

Die Frau ist über sechzig und hat das Gesicht einer Frau, die eine schwere Last trägt. Ihr Mund ist ein waagerechter Strich. Graues Haar, viele Falten. Kleine Hände mit Schwielen und gelben Stellen, Hornhaut. Ein winziger Hocker verschwindet unter ihr. Sie trägt einen verdreckten weißen Kittel, überall Fettflecken. Sie wünscht sich, dass sie genau so gleißend weiß ist wie die Wände um sie herum. Aber sie trägt ihre Last, den Dreck.

Zehn Cent. Sie schaut dem Mann nicht nach.

Ein kleiner, schwarzer, dicker Schandfleck in dieser atemberaubenden Reinheit. Wenn gerade nicht viel los ist, steht sie auf und schlurft von Schüssel zu Schüssel, um den Schmutz wie ein schwarzes Loch in sich hinein zu saugen. Sie sammelt ihn nicht. Sie absorbiert ihn. Der Schmutz dringt durch ihre Kleidung, durchfährt Haut, Fleisch und Knochen und setzt sich an ihrer Seele fest.

Ein Mann geht vorbei, ohne etwas in den Teller zu werfen.

Alle anderen kommen her und erleichtern sich. Sie nimmt, sie steckt ein, sie nimmt alles. Sie lenkt den ganzen mitgebrachten Dreck auf sich um. Der Körper der Frau ist kompakt, Tonnen von Schmutz lasten auf ihren Schultern. Wie Atlas, der die Weltkugel auf seinem Rücken trägt.

Eine Freundin kommt. Sie reden und rauchen. Ihr ist es peinlich, Besuch zu bekommen. Sie sagt: „Ich habe meine Träume das Klo runtergespült.“ Lacht und meint es trotzdem ernst. Seit fünf Jahren arbeitet sie schon hier. Jeden Morgen, wenn ihr Kittel sauber und die Toilette dreckig ist, kehrt sie das Verhältnis um. Jeden Tag vollbringt sie das gleiche Werk. Weiß wird Schwarz, Schwarz wird Weiß.

Stolz? Ehre? Eine Frau kramt in ihrem Geldbeutel und wirft zweiundsiebzig Cent in den Teller.

Kategorien: Bilder

Die Kaulquappe

22. August 2006 · Kommentar schreiben

Die Kaulquappe

Im sonnigen Gebirgsbach -

Sind da schon Beine?

Kategorien: Haiku · Sommer