Schrumpfkopftraum

Ich bin noch jung. Es ist genau das Alter, in dem sich ein Sohn seiner bedingungslosen Liebe zu seiner Mutter zum ersten Mal bewusst wird. Sieben, acht. Vielleicht neun.

Ich bin krank. Ich trage die Uniformierung der kranken Kinder: Bademantel. Meine Krankheit ist selten und verläuft zwangsläufig tödlich. Ich leide an einem Gendeffekt, der meinen Kopf schrumpfen lässt. Im Endstadium dieser seltenen Krankheit wird mein Schädel aussehen wie einer dieser kleinen Schrumpfköpfe mit zugenähtem Mund. Und dann sterbe ich, weil mein Gehirn zerquetscht wird.

Wenn es schon keine Heilung gibt, so doch wenigstens Linderung. In einem Hochsitz im Wald schabt mir eine junge Katze mit ihren Krallen das Gehirn stückchenweise aus der geöffneten Schädeldecke. Aber das ist so unangenehm, dass ich auf die Therapie verzichte.

Dann legt man mich in eine Mischung aus Webstuhl und Computertomograph. Die Maschine spannt ein Netz aus Schnüren unglaublich fest um meinen Kopf, damit das Gehirn nicht herausfällt. Das ist schon besser, auch wenn es sich jetzt schon fast wie ein richtiger Schrumfkopf anfühlt.

Jetzt bin ich bei Mama. Es wird nicht mehr lange dauern, ich sterbe bald. Mit einer dicken Mütze auf dem Kopf und im kuscheligen Bademantel genieße ich die verzweifelte Liebe einer Mutter zu ihrem todkranken Sohn. Sie gibt mir Medikamente, die mich schon bald schlafen lassen werden. Gleich ist es zu Ende.

Ich stehe am Fenster, sehe hinaus in den Garten. Der Walnussbaum bedeckt den Garten mit seinen giftigen Blättern, es regnet und stürmt. Drinnen ist es warm. Mir wird schwindelig.

Das ist das Zeichen: Jetzt ist es so weit. Ich sage es ihr. Sie weint und bringt mich in das Zimmer meiner Schwester, dort lege ich mich auf das Sofa. Ich bin traurig, aber ich fühle mich wohl. Wir schalten noch ein bisschen den Fernseher an.

webstuhl

Advertisements

BILDwerk

Manchmal weiß ich auch nicht.

Quelle: bild.de.

Infotainment… nicht (1)

Galileo am 27. Juni 2008, Aiman Abdallah teasert die heutigen Beiträge an.

„Todesfalle Grillparty!“

Und so weiter.

Ein Hitlervergleich (Gastbeitrag)

[Betrifft Flashmob-Aktivisten, die auf dem Fahrrad sitzend und im Kreis fahrend einen belebten Verkehrskreisel lahmlegen.]

[TT]: ahahaha

[TT]: die sind wie hitler

[TT]: mit legalen mitteln das system lahmlegen

Sätze für die Ewigkeit (1)

Aus Dänische Delikatessen:

Würste haben mich schon immer fasziniert, wissen Sie? Man könnte schon fast sagen, dass es sogar etwas mythologisches hat: Ein Tier zu töten. Und anschließend steckt man das Fleisch höhnisch in dessen eigenen Darm. Können Sie sich vielleicht irgendetwas erniedrigenderes vorstellen, als in den eigenen Arsch gestopft zu werden? Aber das ist eine der kleinen Freuden, die wir Menschen in unserem Leben haben.

Großartig.

Ohne Titel

Ampel: Rot.

Hinter mir: Ein dicker, schwarzer Mann in einem dicken, schwarzen Mercedes.

Er raucht eine dicke, schwarze Zigarre.

„Wenigstens konsequent“, sage ich, und fahre weiter.

Erwachsen

Man ist erwachsen, wenn man keine sinnlosen Schlüssel mehr an den eigenen Schlüsselbund heften muss, damit er voll aussieht. Man ist erwachsen, wenn der Schlüsselbund schwer und voll ist.