Was wirklich geschah

Dies ist mein objektiver und zu einhundert Prozent wahrer Bericht über die vielgelobte @Frauenfuss-Vernissage am 12.12.2009 im Kölner Kulturbunker. Überall liest man, was das denn für ein geiles Event gewesen sei und wie toll es sei sich die Bilder anzugucken, Flammkuchen zu essen und sich auch mal in echt an die ganzen Twitter-Prominenten ranschmeissen zu können.

Die Wahrheit ist: Das alles ist gelogen und Teil einer groß angelegten PR-Kampagne. Die positive Berichterstattung wurde von langer Hand geplant und erzwungen. Das kollektive Honigindiefressegeschmiere beruht nicht auf tatsächlichen Tatsachen, sondern ist rein fiktive Propaganda zur Mehrung von Michaela von Aichbergers Ruhm. Wahrscheinlich ist es sogar so, dass das alles eine Initiative des verarmten Landadels ist, um die ständische Agrargesellschaft wieder zu etablieren. Warum das jedoch mittels bemalter Moleskine-Büchlein funktionieren soll, ist zur Stunde unklar.

Wie auch immer: Ich habe keine Angst vor Sanktionen und werde meinen ungeschminkten Tatsachenbericht veröffentlichen, da ich meinen Geist mit Massageöl vorbereitet habe, um den krummen Klauen der Gehirnwaschmaschine zu entgleiten.

Wie gesagt, der Ort der Veranstaltung war der Kulturbunker in Köln – wobei die Betonung auf Bunker liegen sollte. Bunker sind Orte der Gewalt und des Krieges. Oder des Golfsports. Dabei fing es noch relativ harmlos an. Meine nichttwitternde Schwester Kathrin und ich näherten uns  aus nordöstlicher Richtung. Licht, weiß getünchte (!) Backsteine, Menschen. Wir wagten uns hinein und betrachteten einige der aufgeknüpften Bilder. Dabei fragten wir uns, woher eigentlich die ganzen Moleskine-Bücher kommen. Immerhin ist es so, dass eine gerahmte Zeichnung immerhin ein ganzes Büchlein in Anspruch nimmt. Und Billigkeit ist nicht unbedingt die auszeichnende Qualität von Moleskine. Es scheint also, als sei auch die „Guck mal wie geil wir sind, Hemingway“-Firma ein Rädchen im Getriebe der Maschine.

Nachdem wir uns akklimatisiert hatten, suchte ich die verantwortliche @Frauenfuss auf, um guten Tag zu sagen. Die reagierte wenig erfreut über das Aufbegehren des tumben Mobs und sagte so etwas wie „Mache es sich weg, das Geschmeiß. Nur, wer des Hofes würdig ist, werde gemalt.“ Auf diesen Schock ein Bier oder zwei.

Danach hörten wir der @leah_herz zu. Aus Respekt vor dem Alter sei hier nur soviel gesagt: Fett cremig, Alte!

Nach diesem Lichtblick kam es leider zur Eskalation. Etwas schüchtern stellte ich mich dem Popliteraten @Vergraemer vor und meinte, dass ich seine Tweets voll lustig finde und so und ob das wirklich alles so stimme, was er schreibt. Auch hier stießen wir auf Genervtheit – nicht jedoch aus Gründen des Gottesgnadentums, sondern reiner Prominentenexzentrik. Er murmelte „scheiß Fans“ und stieß mich unsanft gegen die Brust, sodass ich zurücktaumelte und gegen die Wand prallte. Unter meinem Körper zerbrach dabei der Glaskasten mit der Zeichnung von, und das ist nun fast schon witzig, @Vergraemer. Dieser reagierte mit schäumender Mundpartie und Salamiresten zwischen den Zähnen und boxte dem nächstbesten Typen in den Bauch. Leider war das der zweimeterfünfziggroße @m_ICH_ael, der seinen Kamerabehang flink zur Schleuder umfunktionierte.

Es kam zu unschönen Szenen. Binnen Sekunden entstand eine Situation, in der die Besucher der Ausstellung die kinetische Energie ihrer Extremitäten einsetzten, um möglichst großen Schaden an Ort und Volk anzurichten. Einzig @RZChefredakteur blieb ob der Krise gelassen und versuchte sich schützend über die Zeichnung seiner Zeitung zu werfen, wurde aber von einer Bierflasche am Schienbein getroffen.

Gerade, als mir @scherzinfarkt mit seinem Micro schön die Fresse polierte, betrat @silenttiffy die Szene. In freudiger Erwartung, gleich von dem Exodus aus dem Paradies (sozialistisches Polen) berichten zu können, musste der Anblick von Wahnsinn und Gewalt großen Schaden an ihrem verletzlichen Künstlergemüt verursacht haben. Ihr kennt bestimmt alle diese Kloppzenen aus Filmen, wo zwischen all dem Tumult ein Kind sitzt, das vor sich hinstarrt und vor- und zurückwippt. Diese Rolle erfüllte @silenttiffy blendend. Ihr schleimig-keuchendes Hüsteln machte den Eindruck perfekt.

Ich bin mir sicher – wäre @stijlroyal da gewesen, er hätte die Vernissage befrieden können. So aber blieb mir nichts weiter als die Flucht. Meine Schwester musste ich leider zurücklassen. Ihr Verbleib ist ungewiss.

Aus der Ferne erstrahlte der Kulturbunker schließlich in flackernd-orangem Feuerschein, ehe ich von einer Gruppe Mülheimer Problemkinder ausgeraubt wurde.

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7 Antworten zu “Was wirklich geschah

  1. Endlich jemand, der die Wahrheit aussprechen kann. Ich bin sehr froh, dass ich dem entgehen konnte.

    Was immer dir nun geschieht, mögest du in Frieden ruhen.

    die @pustebIume

  2. Pingback: blog.rhein-zeitung.de » Blog Archive » Mit @Frauenfuss nach Analogien

  3. haha. schade das ich nicht da war. klingt genau so wie ich es mir erwartet habe. gesellig.

    @hierwirdslustig

  4. „Mache es sich weg, das Geschmeiß. Nur, wer des Hofes würdig ist, werde gemalt!!“ Daraus mache ich ein #immf für jeden Anlass!!! :D fein fein fein! Herrlich, dieser Bericht.

  5. Hahahahahaha!!!!!!! Besonders der letzte Absatz. Ich habe sehr gelacht, und das ist eigentlich nicht meine Art. Wooooo! Ich will dir Kaugummi ins Haar schmieren! (schlafe noch, weshalb ich den Gedanken jetzt nicht zuende führen kann.)

  6. Ein Trost bleibt dir, nur wenn der Flammkuchen lecker war und du davon verzehrt hast.
    Ich war schon oft in solchen Veranstaltungen. In den Veranstaltungen wurde auch zuhauf Alkohol genossen. Ich trank kein Alkohol weshalb mir von der Veranstaltung schlecht wurde und müsste dann Kotzen. Dir ging wohl genauso?

    Frohe Weihnachten
    http://maziarworld.wordpress.com/

  7. Hail, to the King, baby! Großer Text!

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